Demografischer Wandel und Digitalisierung: Der Arbeitsmarkt wandelt sich gewaltig

Aktuell >> aktuelle Meldungen

Illustration DigitalisierungVier zentrale Entwicklungen werden den Arbeitsmarkt in den nächsten Jahren bestimmen. Da ist zum einen der demografische Wandel, ergänzt durch einen strukturellen Wandel und die Digitalisierung, hinzu kommen Flexibilisierung und Individualisierung sowie eine noch immer vorhandene soziale Ungleichheit am Arbeitsmarkt.

Der Bedarf an Fachkräften wird stark anwachsen, schon heute sollten sich die Firmen auch in der Sozialwirtschaft Strategien entwickeln, um für die Zukunft genügend Fachkräfte zu gewinnen. Das machte Tino Gerhardt, der Leiter des Jobcenters Weimar der Arbeitsagentur, bei einer Sitzung der Kreisgruppe Weimar/Weimarer Land des Paritätischen deutlich. Oliver Paul, Qualifizierungsentwickler beim Paritätischen, stellte das Beratungsangebot des Paritätischen für Kleinstunternehmen sowie kleine und mittlere Unternehmen vor.

Das Verhältnis von Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt verschiebt sich, zunehmend werden die Märkte internationaler. Das Erwerbspersonenpotenzial in Deutschland, so Tino Gerhardt, wird im Zeitraum 2015 bis 2030 um etwa 3,6 Millionen zurückgehen. Gleichzeitig geht eine hohe Zahl von Fachkräften in den Ruhestand. Zu dieser demografischen Entwicklung kommt noch der strukturelle Wandel.
Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass auf Grund der Digitalisierung Tätigkeiten in Helfer- und Fachkräfteberufen bereits heute ein hohes Substitutionspotenzial haben, während die Beschäftigung in gering- und hochqualifizierten Jobs einen Zuwachs verzeichnet.
Entsprechend, so die Prognose des Arbeitsexperten und der Bundesagentur für Arbeit, werden sich in den nächsten Jahren die Berufsbilder deutlich wandeln. Der Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte wird weiter steigen, denn die Arbeit und Arbeitskräfte werden mobiler, internationaler und der Wettbewerb nimmt weiter zu. Erwerbsbiografien werden individueller, die Flexibilisierung der Arbeit wird zunehmen. Immer seltener werden Arbeitnehmer bei einem Arbeitgeber durchgehend von der Ausbildung bis zum Ruhestand beschäftigt sein.

Die Teilhabechancen am Arbeitsmarkt, so analysierte Gerhardt, sind ungleich verteilt. Regionale Disparitäten sind dafür ebenso verantwortlich wie die neue Mobilität am Arbeitsmarkt. Personen, die längere Zeit arbeitslos sind, haben bei der Reintegration in den Arbeitsmarkt Probleme.
Die Qualifizierungsentwicklerinnen und –entwickler beim Paritätischen helfen den Unternehmen, Fachkräfte und Auszubildende zu gewinnen, sie zeigen, wo man passende Angebote bei der Mitarbeiter-Qualifizierung finden kann und weisen auf Fördermöglichkeiten hin. So leisten sie den Unternehmen Hilfestellung, um auf dem sich rasant wandelnden Arbeitsmarkt ihre künftigen Fachkräfte zu finden.

Quelle: Pressemeldung Der PARITÄTISCHE Thüringen vom 11.12.2017
Zurück