Inklusionspreis „Bewusst anders?!“ erstmals verliehen

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Preisträger: Porzellanfabrik Hermsdorf und Praxis Tom Wildensee

Der Beauftragte der Thüringer Landesregierung für Menschen mit Behinderungen, Joachim Leibiger, hat am 04.12.2017 gemeinsam mit dem Chef der Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, Kay Senius, die Preisträger des Inklusionspreises „Bewusst anders?!“ ausgezeichnet. An der Preisverleihung hat auch die Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Heike Werner (DIE LINKE) teilgenommen und ein Grußwort an die Anwesenden gerichtet. Der Preis wurde erstmals verliehen. Der Wettbewerb soll künftig alle zwei Jahre in den drei Thüringer Kammerbezirken Ost, Süd und Mitte/Nord ausgetragen werden. In diesem Jahr wurden Unternehmen in Ostthüringen angesprochen.

Der mit 3.000 Euro dotierte Preis ging zu gleichen Teilen an die Porzellanfabrik Hermsdorf GmbH und die Interdisziplinäre Praxis Tom Wildensee. Beide Unternehmen sind mittelständisch geprägt und übererfüllen ihre Beschäftigungsquote (Anteil von schwerbehinderten Menschen ca. zehn Prozent).

Mit ihrer Bewerbung, der innerbetrieblichen Organisation und persönlichem Einsatz leitender Angestellter haben sie die Jurymitglieder überzeugt. Die Jury setzte sich aus dem Beauftragten für Menschen mit Behinderungen, Vertreterinnen und Vertretern der Bundesagentur für Arbeit, des Thüringer Arbeitsministeriums sowie der Industrie- und Handelskammer Ostthüringen und der Handwerkskammer Ostthüringen zusammen.

Der auf der Tagung präsentierte aktuelle Thüringer Inklusionsmonitor lieferte interessante Einblicke in Meinungen und Einstellungen von Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmensvertreterinnen und -vertretern zu den Themenfeldern Inklusion, Arbeit und Barrierefreiheit..

Joachim Leibiger sagte: „Der Arbeitsmarkt kennt momentan nur eine Tendenz: Weniger Arbeitslose, mehr offene Stellen. Das ist erfreulich. Allerdings können Menschen mit Behinderungen an dieser Entwicklung noch nicht so teilhaben wie alle anderen. Daran müssen wir weiter arbeiten und Unternehmen angesichts des immer stärker werden Fachkräftemangels noch besser aufklären und unterstützen. Der Inklusionsmonitor hat hier einige Erkenntnisse vermittelt und macht Hoffnung, dass zukünftig noch mehr Unternehmen für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen gewonnen werden können.“

Kay Senius äußerte: „Für das Ziel eines inklusiven Arbeitsmarkts ist die aktuell gute Konjunktur hilfreich.“ Gerade in Zeiten des zunehmenden Fachkräftemangels könne es sich niemand mehr erlauben, Potentiale ungenutzt zu lassen. Je mehr Inklusion gelebt werde, desto selbstverständlicher werde sie. „Das gilt natürlich nicht nur für die Arbeitswelt. Viele Menschen bleiben nur deshalb auf Distanz, weil sie unsicher seien. Deshalb ist es wichtig, dass schon Kinder durch persönliche Begegnungen einen unverkrampften Umgang mit Behinderungen lernen“, ist sich Kay Senius sicher. „Mit Aktionen wie heute wollen wir das Augenmerk verstärkt auf das Potential von Menschen mit Handicap lenken und verdeutlichen, welche Chancen die Beschäftigung dieser Personengruppe für die Sicherung des Fachkräfte- und Nachwuchsbedarfs der Unternehmen bietet.“

Arbeits- und Sozialministerin Heike Werner: „Gleichbehandlung und die Förderung von Chancengleichheit haben verfassungsrechtlichen Rang. Eine inklusiv funktionierende Gesellschaft zu schaffen, ist eine wichtige und ehrenvolle Aufgabe, die uns alle angeht. Sie muss daher breit angelegt sein. Dazu gehört das Engagement von Unternehmen bei der Inklusion und Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen. Dieses Engagement gilt es zu würdigen, denn es trägt dazu bei, Menschen mit Behinderungen zu einem selbstbestimmten Platz in einer barrierefreien Gesellschaft zu verhelfen.“

Quelle: Medieninformation 281/2017 des Beauftragten für Menschen mit Behinderungen
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